Anwendungsbegrenzung

Der Anwendungsbereich für Abscheideranlagen für Fette wird wie folgt eingegrenzt.
Nachfolgend ist aufgeführt, was nicht in einen Fettabscheider eingeleitet werden darf:

  • fäkalienhaltiges Abwasser (Schwarzwasser)
  • Fett in konzentrierter Form (z.B. Frittierfett)
  • Abwasser aus dem Schlachtbereich
  • Regenwasser
  • Schmutzwasser mit Leichtflüssigkeiten mineralischen Ursprungs
  • zerkleinerte Grob- und Feststoffe (einschließlich der Abwasserinhaltsstoffe aus Nassmüllentsorgungsanlagen)
  • Wasch-, Spül-, Desinfektions-, und Hilfsmittel, die stabile Emulsionen bilden
  • Chlor beinhaltende oder freisetzende Spül- und Reinigungsmittel
  • biologisch aktive Mittel (z.B. Bakterien oder enzymhaltige Produkte zur Umsetzung der Fette / Öle, die zur sogenannten Selbstreinigung dienen)
  • rasch faulende Sinkstoffe (z.B. aus der Fischindustrie)
  • Abwasser mit hohem Anteil an Fetten / Ölen in nicht abscheidbarer Form (Emulsion)

Auswahl der Einbaustelle

Abscheideranlagen sollten in der Nähe der Anfallstellen des Schmutzwassers eingebaut werden.
Weiterhin sollte der Absauganschluss für Reinigungsfahrzeuge leicht erreichbar sein.
Vor dem Einbau des Fettabscheiders ist Folgendes zu prüfen:

  • Der geplante Aufstellort (Raum) ist frostfrei
  • Die Anlage soll nicht in der Nähe von Aufenthaltsräumen, insbesondere nicht in der Nähe von Fenstern oder Lüftungsöffnungen aufgestellt werden, damit Geruchsbelästigungen vermieden werden
  • Der Aufstellort sollte beleuchtet sein
  • Er ist für Reinigungsfahrzeuge leicht zu erreichen
  • Er ist selbst be- und entlüftbar
  • Der Fußboden besitzt einen Oberflächenschutz und möglichst auch einen Bodenablauf
  • Der Aufstellort besitzt einen waagerechten tragfähigen Boden (Standsicherheit (Deckenlast) beachten) und bietet ausreichend Platz für die Aufstellung
  • Er wird so gewählt, dass Bedienung, Wartung und Kontrolle der Abscheideranlage gewährleistet sind (Wartungsraum)
  • Ein Wasseranschluss zum Befüllen und Reinigen der Abscheideranlage ist vorhanden, ebenso die jeweils erforderliche Elektroinstallation
  • Die vorhandene Entwässerungsleitung kann mit freiem Gefälle (2%, 1:50) zum Abscheider verlegt werden
  • In überschwemmungsgefährdeten Gebieten kann die freiaufgestellte Anlage gegen Aufschwimmen gesichert werden

Zusätzlich ist bei erdeingebauten Anlagen Folgendes zu beachten:?

  • Abscheideranlagen sind wenn möglich nicht in Verkehrs- oder Lagerflächen einzubauen?
  • der Grundwasserspiegel muss unterhalb des Fettabscheiders liegen
  • der Einbau der Anlage im Erdreich muss außerhalb von? überschwämmungsgefährdeten Gebieten erfolgen

Fallleitung

  • Der Übergang von Fallleitungen in horizontale Leitungen ist folgendermaßen auszuführen: entweder mit zwei 45°- Rohrbögen und mit einem mindestens 250 mm langen Zwischenstück oder aber mit einem gleichwertigen Rohrbogen mit großem Radius.

Beruhigungsstrecke

  • Nach der Fallleitung ist eine Beruhigungsstrecke vorzusehen; die Länge beträgt mindestens das 10fache der Nennweite des Zulaufrohres des Abscheiders

    Hinweis:
    NS 2 / NS 4 : 1000 mm (1 m)
    NS 7,5 / NS 10: 1500 mm (1,5 m)

Zulaufleitung

  • Das Abwasser ist der Abscheideranlage für Fette im freien Gefälle zuzuführen
  • Um Fettansätze zu verhindern, muss die Zulaufleitung mindestens ein Gefälle von 2% (1:50) aufweisen

    Hinweis:
    1 m = 2 cm Gefälle
    4 m = 8 cm Gefälle
  • Sind längere Leitungen erforderlich, so sind geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um Fettansatz zu verhindern (Begleitheizung, ggfs. Reinigungsöffnungen)

Begleitheizung

  • Bei Leitungen, die durch kühle Kellerräume geführt werden, kann eine Wärmedämmung erforderlich sein
  • Für Leitungen, die durch frostgefährdete Gebäudeteile, wie z.B. Tiefgaragen, geführt werden, kann eine Begleitheizung mit Wärmedämmung erforderlich sein
  • Die Temperatur der Begleitheizung sollte über einen Thermostat (Regelbereich zwischen 25°C und 40°C) regelbar sein, damit eine Anpassung an jahreszeitliche Veränderungen möglich ist
  • Eine Begleitheizung ist nur zu den Zeiten nützlich, in denen fetthaltiges Schmutzwasser anfällt; deshalb wird eine Zeitschaltuhr empfohlen

 

Hinweis:

Leitungslänge bei freiaufgestellten Anlagen durch nicht frostgefährdete Räume

  • bis 50 m müssen sie nicht gedämmt werden
  • ab 50 m: müssen sie gedämmt werden
    • die Dämmstärke für eine DN 100 Rohrleitung beträgt 40 mm (0,035 W/(m+K))
    • die Dämmstärke für eine DN 150 Rohrleitung beträgt 60 mm (0,035 W/(m+K))

Leitungslänge bei freiaufgestellten Anlagen durch frostgefährdete Räume

  • sie müssen gedämmt und zusätzlich mit einer Begleitheizung versehen werden 
    • die Dämmstärke für eine DN 100 Rohrleitung beträgt 40 mm (0,035 W/(m+K))
    • die Dämmstärke für eine DN 150 Rohrleitung beträgt 60 mm (0,035 W/(m+K))
    • die Heiztemperatur beträgt 40°C
    • die max. Begleitheizungslänge beträgt 90 m

Leitungslänge bim Erdreich

  • bis 20 m müssen sie nicht gedämmt werden
  • ab 20 m müssen sie gedämmt werden 
    • die Dämmstärke für eine DN 100 Rohrleitung beträgt 40 mm (0,035 W/(m+K))
    • die Dämmstärke für eine DN 150 Rohrleitung beträgt 60 mm (0,035 W/(m+K))

Ablaufleitung / Probenahme


  • Unmittelbar am Ablauf des Abscheiders und vor Vermischung mit anderem Abwasser ist eine Einrichtung zur Probenahme und Inspektion einzubauen
  • Die Probenahmeeinrichtung der Abscheideranlage muss frei zugänglich und so angeordnet sein, dass nur Abwasser entnommen wird, das die Abscheideranlage durchflossen hat

Rückstaufreier Einbau

  • Abscheideranlagen für Fette, deren Ruhewasserspiegel unter der Rückstauebene liegt, sind über nachgeschaltete Hebeanlagen zu entwässern

    Hinweis:
    Die Rückstauebene ist der höchste Punkt, bis zu dem das Wasser aus dem Kanal ansteigen kann, bevor es sich im Gelände verteilt.

Lüftungsleitung

  • Die Zulauf- und Ablaufleitungen an Abscheideranlagen für Fette sind ausreichend zu lüften 
  • Zu diesem Zweck ist die Zulaufleitung als Lüftungsleitung bis über Dach zu führen. Alle Anschlussleitungen von mehr als 5 m Länge sind gesondert zu entlüften
  • Besitzt die Zulaufleitung oberhalb der Abscheideranlage für Fette auf einer Länge von über 10 m keine gesondert entlüftete Anschlussleitung, so ist die Zulaufleitung so nah wie möglich an der Abscheideranlage mit einer zusätzlichen Lüftungsleitung zu versehen
  • An diese Lüftungsleitungen dürfen keine andere Lüftungen angeschlossen werden
  • Die Lüftungsleitung der Zuleitung und gegebenfalls des Fettabscheiders können zu einer Sammellüftung zusammengeführt werden
  • Ist ein Fettabscheider und eine Hebeanlage zu belüften, so dürfen die Lüftungsleitungen nicht zu einer Sammellüftungsleitung zusammengeführt werden

Anschlussleitung < 5 m, Zulaufleitung < 10 m

Anschlussleitung > 5 m, Zulaufleitung < 10 m

Anschlussleitung < 5 m, Zulaufleitung > 10 m

Fettabscheider mit Hebeanlage

Entsorgungsleitung

  • Die Entsorgungsleitung sollte vom Fettabscheider bis zur Übergabestelle an das Entsorgungsfahrzeug stetig steigend verlegt werden. Richtungsänderungen der Leitung durch 90°-Bögen sollten dabei möglichst mit einem großen Radius ausgeführt werden
  • Die Auswahl des Rohrwerkstoffes der Entsorgungsleitung sollte entsprechend den Abwasserinhaltsstoffen (extrem hoher Feststoffanteil) und der besonderen Betriebssituation (Überdruck / Unterdruck) erfolgen
  • Die für die Entleerung vorgesehene Entsorgungsleitung sollte mindestens einen Durchmesser von 50 mm lichter Weite aufweisen
  • Die Saugleitung muss geruchsdicht verschließbar sein (Storz-B-Kupplung)
  • Je nach Anlagenausstattung sind Entsorgungsleitungen als Druck- bzw. Saugleitung in der erforderlichen Druckstufe auszuführen. Es sind zugfeste Verbindungen der einzelnen Rohre und Formstücke zu verwenden